Archiv 2008.

24.09.2008

Wie tickt der Nutzfahrzeug-Markt?

Kategorie: consulting

Die MBtech-Studie "Truck Monitor 2008" analysiert aktuelle Trends im Markt für schwere Nutzfahrzeuge in Deutschland.

Was sind die wesentlichen Kaufkriterien bei schweren Lkw? Wie zufrieden sind die Kunden in Deutschland mit den entscheidenden Produktmerkmalen, dem Verkaufs- und Serviceprozess sowie mit der Kostenstruktur? Und welche Handlungsfelder eröffnen sich für die Hersteller aus diesen Erkenntnissen für die Zukunft? So lauteten einige der Fragestellungen der Studie "Truck Monitor 2008", die von MBtech Consulting zwischen April und September 2008 für den deutschen Markt erstellt wurde. Erste Zwischenergebnisse präsentiert MBtech auf der IAA Nutzfahrzeuge 2008 in Hannover. Damit untermauert MBtech seine Kompetenz als Engineering- und Consulting-Partner – auch für die Nutzfahrzeug-Industrie.

In der öffentlichen Wahrnehmung galt MBtech bislang hauptsächlich als Engineering- und Consulting-Dienstleister für Pkw-Hersteller und ihre Zulieferer. Doch schon heute führt die MBtech in großem Umfang Nutzfahrzeug-Projekte in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb und After Sales durch. Um die Nutzfahrzeug-Kompetenz des Sindelfinger Unternehmens in der Außen-kommunikation stärker zu betonen, wurde die Studie "Truck Monitor 2008" initiiert.

Die Studie wurde von Mitarbeitern des MBtech-Segments Consulting zwischen April und August 2008 erarbeitet. "Mit der Studie verfolgten wir zwei Fragestellungen", so Marc Bayer, Principal bei MBtech Consulting und für den "Truck Monitor 2008" verantwortlich: "Was sind die für den Kunden entscheidenden Kriterien zum Kauf eines schweren Lkw? Und wie gut erfüllen führende Anbieter im deutschen Markt diese Kriterien?" Als Basis diente die Auswertung von mehr als 90 Interviews, die MBtech deutschlandweit geführt hatte. Dabei wurden sowohl Entscheider bei Speditionen als auch Fahrer befragt. Die Kategorien "Produkteigenschaften", "Anschaffungskosten", "Unterhalt", "Verkaufsprozesse" und "Serviceprozesse" wurden dabei untersucht.

"Im Großen und Ganzen ergibt sich ein vertrautes Bild – jedoch mit zahlreichen neuen Facetten auf Markenebene", fasst Marc Bayer die Ergebnisse des "Truck Monitor 2008" zusammen. Spediteure, die bekanntermaßen unter wachsendem Kostendruck stehen, achten umso mehr auf die gesamten Unterhaltskosten ihrer Fahrzeuge – die ‚total cost of ownership’ (TCO): "Niedriger Verbrauch, günstige Reparatur- und Wartungskosten und lange Wartungsintervalle sind zentrale Anforderungen der Spediteure an ihre Fahrzeuge im Fuhrpark", so Marc Bayer. Ebenso ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sind die Kriterien Zuverlässigkeit und Anschaffungspreis. Finanzdienstleistungsangebote der Herstellerbanken, die über die reine Finanzierung hinausgehen, rangieren lediglich im Mittelfeld. Ihre Bedeutung steht deutlich hinter der Serviceleistung der jeweiligen Marke: "Das beste und günstigste Fahrzeug ist nahezu wertlos, wenn nicht auch ein professionelles Servicenetzwerk mit entsprechenden Prozessen für Reparaturen und Ersatzteilversorgung dahinter steht", so Marc Bayer. Neben dessen Dichte und Verfügbarkeit achten die Fuhrpark-Unternehmer auch auf den Ausbildungsgrad der Service-Mitarbeiter: Schnelligkeit und Qualität der Wartungs- und Reparaturarbeiten zählen mehr und mehr zu den wettbewerbsentscheidenden Themen, so ein weiteres Fazit der Studie.

Technische Innovationen für schwere Lkw, wie sie auch auf den vielen Messeständen der IAA zu sehen sind, werden von der Mehrheit der Spediteure nüchtern betrachtet: Ihre zentrale Erwartung – und damit zugleich wesentliches Handlungsfeld für die Nutzfahrzeug-Hersteller – ist eine weitere Senkung der Kraftstoffkosten, ob durch neue Motorentechnik oder etwa durch bessere Verträglichkeit von Bio-Diesel. Auch eine kontinuierliche Verbesserung des Service – schnelle und günstige Wartungsarbeiten und Reparaturen in hoher Qualität sowie günstige Verschleißteile – rangiert bei Transportunternehmern ganz oben auf der Wunschliste. Auch ein engmaschigeres Servicenetz wird von Kunden unterschiedlicher Fabrikate gefordert. Bei Innovationen, die die Sicherheit im Nutzfahrzeug erhöhen, fällt die Haltung eher uneinheitlich aus: "Sicherheit ja, aber bitte serienmäßig", so fasst Unternehmensberater Bayer in diesem Punkt die Ergebnisse des "Truck Monitor 2008" zusammen. Angesichts der schwierigen Kostenstruktur würde gerade bei Zusatzausstattungen wie Abstandstempomat oder Spurassistent gespart. Und dies, obwohl sich über den Einsatz von Sicherheitskomponenten auch Kosten wie Versicherungsprämien positiv beeinflussen ließen. Fahrverhalten oder Fahrerhauskomfort sind Themen, die für Spediteure – anders als für Fahrer – kaum ins Gewicht fallen, wenn es um die Beurteilung von Lkw geht. Tragen diese Produktmerkmale nicht auch zu mehr Wirtschaftlichkeit bei, spielen sie bei der Kaufentscheidung kaum eine Rolle.

 
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