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19.02.2016 | Pressemitteilung

Hochleistungslauf für Hybrid-Antriebe

Sindelfingen/Mönsheim, 19. Februar 2016 – Die MBtech Group, das Automotive-Kompetenzzentrum der AKKA Technologies, hat auf ihrem Prüfstand in Mönsheim einen Hybrid-Antrieb aufgebaut. Damit können dort nun Hybrid-Triebstränge „Stresstests“ unterzogen werden, die eins zu eins die Bedingungen auf der berühmten „Pista di Nardò“ abbilden.

Über den neuen Prüfstandsaufbau im MBtech-Labor in Mönsheim ist es ohne weiteres möglich, Datensätze für den Nardò-Dauerlauf von Hybrid-Getrieben zu erstellen, wie sie bei einer realen Fahrt auf dem italienischen Autorundkurs erzeugt werden.

Kreisförmig ist sie, mit einem Durchmesser von vier und einer Streckenlänge von 12,6 Kilometern. Dank überhöhter Kurven bietet sie verschiedene Geschwindigkeitsschikanen und gilt als eine der schnellsten Hochgeschwindigkeitsbahnen der Welt: die Pista di Nardò in der italienischen Region Apulien. Im Lauf der Jahrzehnte haben auf ihr unzählige Serienfahrzeuge im Stresstest ihre Tauglichkeit bewiesen. Die  in Deutschland ansässige OEM müssen allerdings nicht per se den weiten Weg über die Alpen auf sich nehmen, wenn sie ihre Entwicklungen auf Herz und Nieren testen wollen. Die MBtech Group, das Automotive-Kompetenzzentrum der AKKA Technologies, hat auf dem  firmeneigenen Prüfstand in Mönsheim einen Hybrid-Antrieb in Betrieb genommen. Über diesen Prüfstandsaufbau ist es ohne weiteres möglich, Datensätze für den Nardò-Dauerlauf von Hybrid-Getrieben zu erstellen, wie sie bei einer realen Fahrt auf dem italienischen Autorundkurs erzeugt werden.

Der Nardò-Dauerlauf ist ein Hochlast-Dauerlauf auf einem Triebstrang- oder Motorenprüfstand, der einen hohen Höchstgeschwindigkeitsanteil und Volllastbeschleunigungen – inklusive E-Maschinen-Boost – hat. In Betrieb genommen wurde der Hybrid-Triebstrang am Antriebs-System-Prüfstand (ASP) in Mönsheim Ende September 2015. Ende Oktober konnte bereits in die Applikationsphase für den Nardò-Hochlastlauf übergegangen werden.

Damit neue Hybrid-Antriebsstränge auf dem Teststand ihre virtuellen Runden drehen können, mussten die Ingenieure von MBtech etliche Herausforderungen meistern. Und das sozusagen am offenen Herzen, in einem aktuellen Kundenprojekt. „Zu Beginn waren Verbrennungsmotor, Getriebe – mit E-Maschine – und Leistungselektronik bekannt“, erinnert sich Projektleiter Dr. Christoph Falk-Gierlinger, Program Director Elektromobilität der MBtech Group. „Die restliche Peripherie- und Prüfstandsteile wie etwa Antriebswellen, Leitungssätze, Pumpen und Prüfstandselektronik mussten wir erst ermitteln und die entsprechenden Komponenten beschaffen.“ Erschwerend kam hinzu, dass die Triebstrang-Komponenten wie auch diverse andere Systemteile einen sehr unterschiedlichen Reifegrad hatten. Und: „Es war auch das erste Mal, dass diese miteinander im Systemverbund zusammengeschaltet wurden und funktionieren mussten“, so Falk-Gierlinger weiter. „Deshalb mussten wir unter anderem erst einmal sicherstellen, dass die Steuergeräte miteinander kommunizieren können.“ 

Ein weiteres Novum: Da die klassische Motorenpalette nicht ausreichte, galt es zunächst, eine Prüfstandspalette für einen hybriden Antriebsstrang zu bauen. „Das Ergebnis all dieser Arbeiten ist ein Prüf- und Applikationsaufbau, den es so bei MBtech noch nicht gegeben hat“, sagt Peter Holek, Teilprojektleiter für die Applikation „Nardò-Dauerlauf“. Der ASP ist nötig, um die Antriebe der Zukunft entwickeln bzw. weiterentwickeln zu können: „Abgesehen von der Batterie, die aktuell von der Batt-Sim des ASP simuliert wird, haben wir alle relevanten Triebstrang-Komponenten auf dem Prüfstand und können dadurch viele Funktionalitäten des Hybridsystems jetzt schon im Verbund in Betrieb nehmen, abstimmen und testen, was normalerweise erst im Fahrzeug möglich ist.“

 

Bis zum realen Nardò-Einsatz wird der Hybrid-Antrieb sicher noch einige Prüfstandsrunden in Mönsheim absolvieren, um die Software bzw. die Datenstände der einzelnen Steuergeräte weiter zu optimieren, Änderungsbedarf  für die nächsten Software-Zyklen zu ermitteln und gegebenenfalls weitere Funktionalitäten in Betrieb zu nehmen. „Bislang hat unser Projektteam alle Herausforderungen gemeistert“, lautet das Resümee von Projektleiter Christoph Falk-Gierlinger. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die zukünftigen Themen lösen werden.“ 

 
 
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